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Bericht Trakehner Fohlenmusterungsreise Österreich vom 14. bis 16. Juli 2017

Zusammenfassung Freitag 14.7.2017

Beim Auftakt der Fohlenbrennreise durch Österreich bekam die Kommission, bestehend aus Dr. Hans-Peter Karp, Dr. Albert Raith, Dr. August Leitl, Dr. Peter Zechner und Helmut Mayer, gleich zwei herausragende Fohlen zu sehen.
Familie Pramendorfer präsentierte in herzlicher, gastfreundlicher Atmosphäre die beiden von ihnen gezüchteten Hengstfohlen.
Den Beginn machte Mistral, ein Hirtentanz-Sohn, der schon durch seine außergewöhnliche Abstammung aufhorchen ließ. Die väterlichen Leistungsgene werden ergänzt durch den Parcourshelden Heops als Muttervater. Die Mutter Mimika ist mütterlicherseits rein arabisch gezogen. Dieses Fohlen zeigte sich überaus sportlich bei bestechendem Typ!
Es folgte Goldglanz von Schwarzgold, auch er über seine Mutter Gwyneth, einer Hämelschenburger Summertime-Stute, wertvoll gezogen. In der Kommentierung wurde bei diesem frohwüchsigen und blutgeprägten Hengst gelobt, dass alle drei Grundgangarten überdurchschnittlich zu sehen sind!

Zusammenfassung Samstag 15.7.2017

Der zweite Tag der Fohlenbrennreise führte die Kommission, die an allen Tagen von der Delegierten des Zuchtbezirks Bayern/Österreich, Stefanie Pramendorfer, begleitet wurde, durch die Steiermark. Drei Brennplätze wurden an diesem Tag angefahren.
Vorweg ist wieder die unglaubliche Gastfreundlichkeit an allen der liebevoll hergerichteten Gestüten zu betonen.
Aber im Mittelpunkt standen natürlich die Trakehner Fohlen und Stuten!
Den Anfang machte das Gestüt Obdach, wo zwei Fohlen gebrannt wurden. Das Hengstfohlen Naseweis von Kentucky aus der Nachtinsel von Interconti, sowie das Stutfohlen Kamille von El Greco aus der Kajana von Ibisco xx, zeigten sich nach dem Brennen den Zusehern im Freilaufen und hinterließen einen ausgezeichneten Eindruck.
Weiter ging es weiter nach Eibiswald zu Familie Gasser, die ihre Gäste ebenfalls sehr herzlich empfing.
Gemustert wurde hier das Stutfohlen Schneeglöckchen von Sir Oliver aus der Schneeprinzessin von Elfado. Auch dieses Fohlen wusste sehr gut zu gefallen und konnte die Kommission sowohl in der Bewegung als auch im Exterieur überzeugen!
Bei Familie Wimmer vom Gestüt Pferdeschule Riegersburg erwartete die Kommission die meisten zu musternden Pferde des Wochenendes. In aufwendiger Vorarbeit war hier alles zur optimalen Präsentation vorbereitet worden und sowohl Aussteller, Kommission sowie die zahlreichen Gäste wurden bestens betreut.
Hier konnten drei Fohlen gemustert werden, fünf Stuten wurden ins Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen und ein Englischer Vollbluthengst wurde vorgestellt, der sich um die Anerkennung des Trakehner Verbandes bewirbt.
Den Anfang machte das Fohlen, um das schon zu Beginn seines Lebens so viele mit Familie Wimmer mitgezittert und gehofft hatten, als er seine Mutter tragisch verloren hatte. Doch der kleine Herzdiamant von Adorator aus der Helene von Herzen von Ibisco xx zeigte am Samstag neben seiner Ersatzmami, der gestütseigenen Norikerdame, dass er alles gut überstanden und sich bestens entwickelt hatte! Er präsentierte sich als typvoller Sportler mit aktivem Hinterbein, wobei der Schritt und der Galopp besonders hervorzuheben waren!
Auch die Buddenbrocktochter Augenweide aus der Arnella von Diamant hinterließ in allen Kriterien einen sehr guten Eindruck! Gezogen und im Besitz von Christian Händler aus Oggau im Burgenland, brachte die typvolle Stute ihrem Besitzer einen Ehrenpreis ein, der von Familie Wimmer gestiftet wurde.
Es folgte Herzkönig von High Motion aus der Heart & Soul von Touch my Heart, der von der Kommission als bemerkenswerter Hengst mit viel Aufsatz, muskulöser Kruppe und toller Bergaufgaloppade, sowie herausragendem Schritt beschrieben wurde! Dieser typvolle Hengst ist ebenfalls von Familie Wimmer gezogen.
Bei den Stuten machte Taqueeny von Millennium aus der Englischen Vollblutstute Try and Stop Me xx den Anfang. Gezogen und im Besitz von Josef Schrattner wurden bei dieser Stute alle drei Grundgangarten gelobt, wobei der Trab besonders herausstach!
Paulina von Herbstkönig aus der Perlita von Hirtentanz im Besitz von Bianca Pock, folgte. Diese sehr noble, doppelt veranlagte Stute konnte im Schritt und Trab alle Betrachter sofort für sich einnehmen!
Die gestütseigene Nurmina W von Touch my Heart aus der Englischen Vollblüterin Julias Dream xx, von beiden Seiten sehr vom Vollblut geprägt, bewegte sich raumgreifend und taktsicher, begeisterte mit sportlichen Points und sehr gutem Schritt.
Manuela Barta stellte ihre Hirtentanztochter Fiona vor, die mütterlicherseits über Waitaki für den Springsport sehr durchdacht gezogen ist. Trotzdem konnte sie auch in der Bewegung, mit taktsicherem Schritt sowie bergauf getragenem Trab und Galopp überaus gefallen. Die Stute verband hohen Adel mit einem bedeutenden Körper und beeindruckte auch mit bestem Interieur.
Bianca Pock hatte noch ein zweites Pferd zur Eintragung mitgebracht, die Angloarabische Stute Taby AA von Dancing Fred xx aus der Tara ShA von Borodin ShA. Diese überaus typvolle Stute, mit einem ansprechenden Gesicht und viel Weiblichkeit, zeigte sehr praktische Grundgangarten.
Als letztes Pferd wurde der Englische Vollbluthengst Gopura xx präsentiert, der trotz des langen Tages nochmals alle Zuseher in seinen Bann ziehen konnte.
Nach sieben Jahren auf der Rennbahn und nun als Reitpferd auf Turnieren unterwegs, zeigte er sich mit glasklaren Beinen absolut fit. Er beeindruckte im Freilaufen, Freispringen und anschließend unter dem Sattel. Faszinierend war, wie schnell der Hengst umschalten konnte von freier Bewegung zu unmittelbar danach gesattelt werden, an rossigen Stuten vorbei, ohne Abreiten vor der Kommission unter seiner Reiterin absolut aufmerksam vorgeritten zu werden!

 

Zusammenfassung Sonntag 16.7.2017

Der letzte Tag der Brennreise führte die Herren der Kommission durch Niederösterreich. Drei Plätze wurden angefahren, den Anfang machte das Gut Ranzenbach der Familie Mayer. In der wunderbar vorbereiteten Halle wurde eine Stute und drei Fohlen gemustert.

Gleich zu Beginn des Tages gab es schon ein erstes Highlight mit der Englischen Vollblutstute Moira, vorgestellt von Luise Wessely-Trupp! Sie brachte sowohl aufgrund ihrer Bewegungs- als auch ihrer Gesamtqualität, mit Größe und Rahmen, die Zuseher und Kommission ins Schwärmen und wurde mit 54,5 Punkten ins Hauptstutbuch des Trakehner Verbandes eingetragen!

Es folgte ein Stutfohlen von Lamborgini, gezogen aus der Herbstelfe von Saint Cloud, ausgestellt von Familie Wetschka aus dem Burgenland. Auch diese junge Dame konnte mit guten Grundgangarten überzeugen, wobei der sehr gute Schritt besonders hervorgehoben wurde. Der gewünschte Zuchtfortschritt gegenüber der Mutter war deutlich zu sehen!

Anschließend präsentierte Jungzüchter Jakob Szabo seine chice Prima Aurora, eine Glücksruftocher aus der Piccola Amica von Manhattan. Sie wurde als bedeutendes Stutfohlen beschrieben, mit Höhepunkten besonders im Schritt und auch im Trab.

Helmut Mayers Hengstfohlen Tutto il Corragio konnte zum Abschluss nochmals richtig begeistern! Der in der Kommentierung als Henstanwärter herausgestellte Sohn des Sir Samoa aus der Tonja von Angard, wusste mit großer Übersetzung, viel Elastiziät, immer bergauf, sowie im Exterieur, auf ganzer Linie zu gefallen.
Ebenfalls ein Sir Samoa-Sohn, diesmal aus der Cara Fantastica von Amatcho, wurde auf dem nächsten Brennplatz gemustert, dem Gestüt Schloss Tannenhof der Familie Jonke.
Auch er beeindruckte die Kommission, die ihn ebenfalls als möglichen Hengstkandidaten sahen. Obwohl erst am 26.06. geboren, zeigte er sich bereits imposant, enorm entwickelt und mit großen Partien ausgestattet.

Als Abschluss der Brennreise wurde bei Familie Neumann, auf dem Gestüt Heinrichsberg, Halt gemacht. Hier wurde es besonders farbenfroh! Den Trakehner Schecken und der Zucht von Vielseitigkeitspferden hat man sich hier verschrieben. Den Anfang machte allerdings ein Hengst in dunkler Jacke von Hibiskus, aus der Englischen Vollblutstute Gilmore Girl xx. Ein zukünftiger Vielseitigkeitsaspirant, den man sich schon jetzt gut in diesem Sport vorstellen konnte! Mit großer, kraftvoller Galoppade, losgelassenem Schritt, federleichtem Trab sowie viel Trakehner Schmelz wusste er zu überzeugen!
Die dreijährige Halbschwester aus der gleichen Mutter, diesmal von Camaro, wurde anschließend ins Hauptstutbuch aufgenommen. Nicht nur in der Farbe sondern auch im Erscheinungsbild deutlich vom Vater geprägt, zeigte sie den gewünschten Zuchtfortschritt sehr deutlich, war sie doch in Größe, Rahmen und Bewegungsqualität, mit raumgreifendem Trab, gegenüber der Mutter eindeutig verbessert.
Eine weitere, bewegungsdynamische Hibiskustochter hinterließ als Schlusspunkt der Brennreise noch ein sehr positives letztes Bild! In wunderschön gezeichneter Schwarzscheckung, aus einer Mutter von Abendtanz, ist dieses sportive Fohlen in Hinblick auf Doppelveranlagung gut durchdacht für den Vielseitigkeitssport gezogen!

Wir gratulieren allen Züchtern, wünschen für die Aufzucht alles Gute und freuen uns auf ein Wiedersehen unter dem Sattel!
Abschließend dürfen wir uns im Namen der Züchter herzlich bei allen Mitgliedern der Kommission bedanken, die nicht nur mit größter Sachkenntnis die Pferde zu bewerten wussten, sondern auch jedem Pferd Zeit gelassen haben, sich bestmöglich zu präsentieren. Die Kommentierungen waren besonders eindrucksvoll: Jedes Pferd wurde objektiv und für die Zuseher gut verständlich besprochen, aber auch von jedem einzelnen die Stärken positiv herausgestellt, sodass alle Züchter den großen Tag ihres Trakehners zufrieden und glücklich abschließen konnten!

Bericht und Fotos Henrietta Szabo