DIE TRAKEHNERZUCHT 2011 IN ÖSTERREICH

KLEIN ABER FEIN!

Am 12. und 13. August fand die diesjahrige Trakehner Fohlenbrennreise durch Österreich statt.

Eine kleine, aber qualitativ hochwertige Fohlenkollektion stellte sich heuer der Kommission zur Bewertung. Aus Bayern angereist waren Dr. Lutz Schubert, Herbert Raith und Gerhard Mendel, komplettiert durch Helmut Mayer aus Österreich.

Acht Stutfohlen und drei Hengstfohlen erhielten in diesem Jahr den begehrten Elchschaufelbrand, weniger als in den Jahren davor. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten  verzeichnen jedoch sämtliche Zuchtverbände Rückgange bei den Bedeckungen. Umso erfreulicher daher die gute Qualität der vorgestellten Fohlen, die auf zukünftige erfolgreiche Sportler hoffen lassen.  
 

Die Rundreise begann bei Herrn Harald Riedl, selbst erfolgreicher  Vielseitigkeitsreiter aus Irdning/ Liezen, der zwei Fohlen von Hirtentanz stellte.

Das erste Fohlen, ein am 3.6. geborener brauner Hengst, aus der OC California v. Heops, präsentierte sich gut entwickelt mit ansprechenden Grundgangarten. Eine sichtbar auf springbetonte Zukunft orientierte Anpaarung.

Das zweite Fohlen, ebenfalls ein Hengst, geboren am 10.3., stammt aus der Osterfreude V v. Donaumonarch. Dieses als klar erkennbares Trakehnerhengstfohlen wusste vor allem in den Grundgangarten zu überzeugen.

Insgesamt zwei sehr interessant gezogene Fohlen mit springorientierter Abstammung, die sicher ihren Weg im Sport gehen werden.

 

 


Das zweite Ziel des Tages war das Gestüt Forsthof der Familie Binder in Gleisdorf.

Den Anfang machte Jurij Dogsa, ein Züchtergast aus Slowenien, der ein am 31.5. geborenes Stutfohlen von Abendtanz und der Peronja von Kostolany mitbrachte. Mit tollen Interieurwerten ausgestattet, konnte das ansprechende Fohlen auch im Exterieur  und in den Grundgangarten gefallen.

Familie Binder zeigte im Anschluss eine Tochter des Oliver Twist aus der Toulouse II v. Sir Chamberlain, geboren am 3.6. Wie die Abstammung schon vermuten lässt, zeigte sich diese braune Stute ausdrucksstark im Habitus, frohwüchsig, wie aus dieser Stute schon gewohnt und mit drei gleichmäßigen Grundgangarten.

 

Im Anschluss an das Fohlenbrennen hatte die Kommission noch die Gelegenheit, Grasnitz in Augenschein zu nehmen. Dieser gekörte Hengst wurde beim letzten Trakehner Hengstmarkt in Neumünster von Familie Binder ersteigert. Mit dem Alter entsprechenden sportlichen Aktivitäten hat er sich seither gut weiterentwickelt und beeindruckte vor allem durch sein ausgeglichenes Interieur die Anwesenden sichtlich.

 

 

Die nächste Station war das Gestüt Riegersburg der Familie Wimmer.

Dort wurde zuerst eine Englische Vollblutstute zur Eintragung vorgestellt. Neckar’s Erbin v. Akhisar a.d. Nicoletta v.Nebos stellte sich als hervorragendes Reitpferdemodell mit drei guten Grundgangarten, elastisch, raumgreifend und bergauf, dar. Die Kommission lobte auch die für die Trakehnerzucht interessante Abstammung  der Stute. Sie wurde mit Prämienqualität in das Trakehner Stutbuch aufgenommen.

Auch das blendend aufgemachte Rappstutfohlen, welches danach gezeigt wurde, konnte die Kommission beeindrucken. Geboren am 26.4., abstammend von Grand Passion und der Herztänzerin W v. Tambour, zeigte es im Exterieur und mit 3 wirklich guten Grundangarten einen züchterischen Fortschritt, wofür wir dem Züchter herzlich gratulieren. Das Fohlen erhielt aufgrund der guten Bewertung eine Einladung zum bayerischen Trakehner Fohlenchampionat.

 

Bei  Heinz  Lasser aus Ebersdorfberg machte die Kommission den letzten Halt des Tages.

Auch diese beiden Top-Fohlen wurden  mit Prämienpunktezahl bewertet und erhielten die Einladung zum Championat.

Zuerst wurde ein im guten Trakehner Typ stehendes Fuchsstutfohlen vom Vollblüter Ibisco xx und der Kaprice von Kostolany, geboren am 13.6. präsentiert. Dieses sportliche Fohlen setzte sich mit dynamisch bergauf vorgetragenen Bewegungen gekonnt in Szene.

Den Abschluss bildete ein Stutfohlen von Elfado und der Kaliste von Trocadero, geboren am 10.6. und im Besitz von Kerstin Lehmann aus Strommeln in Deutschland. Bei ansprechendem Rasse- und Geschlechtstyp ließ es auch im Gebäude und in den Grundgangarten kaum Wünsche offen.

 

 


Wieder in voller Frische fand sich die Kommission am nächsten Morgen auf dem idyllischen Fischerhammerhof der Familie Wessely ein.

Dort gab es zuerst ein Wiedersehen mit der fast zweijähigen Tochter der Imbola, die mit wenigen Tagen an der Seite ihrer Mutter von Familie Wessely, 2009 auf dem von der Trakehner IG veranstalteten Verkaufstag für in Not geratene Trakehner, ersteigert wurde. Diese sympathische, auffällige Jungstute erhielt nun an diesem Tag den Brand mit der doppelten Elchschaufel.

Das diesjährige Fohlen aus der Imbola v. Diamant, geb. am 21.4., ein gut entwickeltes Hengstfohlen von Elfado erhielt natürlich auch unser begehrtes Brandzeichen. Man darf auf den späteren sportlichen Werdegang dieses hoffnungsvollen Youngsters gespannt sein.
 

 
Zwei Fohlen von in Österreich auf Gut Ranzenbach stationierten Hengsten, Manhattan und Korado, stellte Familie Mayer vor. Manhattan, mittlerweile bis zur schweren Dressur geförderter und erfolgreicher Hengst, präsentierte ein ansprechendes Stutfohlen aus der Karogno von Arogno, geb. am 22.5.2011

Dieses erfreulich gut entwickelte Fohlen zeigte sich  in sehr attraktivem Rasse- und Geschlechtstyp. Bei guter Dreiteilung wurde hier der Zuchtfortschritt deutlich erkannt und in der Bewegung auf Grund einer Koppelverletzung keine Bewertung vorgenommen.

Ein erst 4 Tage altes Stutfohlen von Korado, aus der Elitestute Urbanita von Cornus, verzauberte anschließend die Zuseher.

Bedingt durch das geringe Alter des Stütchens wurde hier ebenso noch keine Beurteilung durchgeführt. Die erfreulich gute Qualität dieses Fohlens war jedoch schon klar zu erkennen.

 


Den Abschluss der diesjährigen Fohlenbrennreise bildete ein Stutfohlen von Perechlest aus der Olala von Kasparow, geboren am 15.04.2011. Zu diesem herrlichen Fohlen darf man dem Züchter und Besitzer, Herrn Dr. Reinmar Payrhuber aus Lohnsburg herzlich gratulieren.

Wie immer bemerkenswert war die herzliche Gastfreundschaft  sowie die ausgezeichnete Bewirtung, mit der die Besucher empfangen wurden.

Den Züchtern kann man zu ihren gelungenen Fohlen nur gratulieren, viel Glück für die Aufzucht wünschen und sich auf ein Wiedersehen in einigen Jahren im Sport  freuen!